1. März 2013

Gelesen:

  • Tikkachu: Danke für Euer Vertrauen
  • Blaetter: Die getriebene Politik Hypes und Erregungswellen. Ohne mich.
  • Erbloggtes: Wissenschaftssoziologie im Internet: Bloggen und Kommentieren Warum werden Wissenschaftsblogs so wenig kommentiert. Gut ist es ja schonmal, dass es mittlerweile doch immer mehr bloggende Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum gibt.
    Interessante Überlegungen dazu weshalb die Blogeinträge so wenig kommentiert werden. Ich denke, vor allem der Punkt, dass man nur kommentieren will, worin man selbst vorweisbare Expertise besitzt bzw. nicht im Expertenbereich von anderen herumwühlen will, ist bemerkenswert. Das passt auch sehr zum kürzlich erneut diskutierte deutsche Verhältnis zum Doktortitel. Denn auch daran drückt sich eine hierarchische Überhöhung der Wissenschaft und der akademischen Grade aus. Völlig zu Unrecht.
    In meinen eigenen Fachdisziplinen, wie auch in verschiedenen anderen Bereichen, die ich im Studium, wie in anschließender wissenschaftlicher Tätigkeit und privater Beschäftigung mit wissenschaftlicher Fachliteratur, gestreift habe, konnte ich mich vielfach vom geringen Gehalt eines großen Teils der Publikationen überzeugen. Eine Überhöhung der Wissenschaft ist also schon allein daher nicht angebracht. Und auch sonst: Akademiker, Wissenschaftler ist eine Berufsgruppe wie andere auch. Diese sollte weder im Elfenbeinturm noch in einer der Restgesellschaft hierarchisch höheren Position agieren. Ein offenerer Umgang mit den eigenen und auch fachfremden Arbeiten ist wünschenswert. Ich glaube, eine Tendenz in diese Richtung besteht. In anglizistischen Ländern ist es schon viel weiter, aber auch hierzulande öffnen sich junge Wissenschaftler zunehmend. Auch wenn die Stuktur der akademischen Welt dem noch im Weg steht. Nicht zuletzt OpenAccess wird dieser bestehenden Struktur entgegenwirken. Auch deshalb ist es die anzustrebende Publikationsform der Zukunft.

    Es ist zu wünschen, dass die Scheu vor der Diskussion, des Kommentierens, auch fachfremder Beiträge, abnimmt, dass auch steile Thesen und Ausflüge in unbekanntere Gewässer nicht zu einem Reputationsverlust führen, sondern das Ansehen eher vergrößern. Denn wenig ist wichtiger als Experten, die nicht mit Scheuklappen stur ihrem eigenen Dogma folgen sondern weit über den Tellerrand hinaus in alle Bereiche der wissenschaftlichen, wie auch gesellschaftlichen Debatte schauen. Diese Sichtweise auf Wissenschaft ist einer der großen Vorteile, die als Geograph völlig natürlich ist. Wobei diese Sichtweise vielleicht schon zuvor der Grund war, weshalb ich mich überhaupt auf die Geographie – und dann sogar auch noch die Ethnologie – eingelassen habe.

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