15. Mai 2012: Podcast-Logbuch

Das Metronaut-Blog hatte Ronny Kraak aka. Kraftfuttermischwerk (@das_kfmw) zu Gast. Ging natürlich um sein Blog und seinen Content darauf. Technoszene heute und in den 90ern. Wie auch im Musikgeschmack wird mir da klar, dass ich ganz ähnlich sozialisiert wurde, was das angeht. Etwa die gleiche Zeit und ähnliche Partyerfahrungen. Natürlich ging es auch um Berlin, die Club und Partylandschaft. Dann um die deutsche Blogszene allgemein. Tumblr und Soup.io, mehr Spaß weniger Ernst in der Blogosphäre. Ronny arbeitet bekanntermaßen auch als Sozialarbeiter. Viel darüber, Kanu-, Floßtouren mit Jugendlichen. Insgesamt spannend. Unterhaltsam. Interessant.

Tim Pritlove Lautsprecher Folge007 mit Georg Holzmann vom Auphonic (@auphonic) Projekt. Audiobearbeitung, Encoder, OpenSource-Projekt (jedenfalls teilweise). Bin jetzt kein Audio-Fachmann und kenne das alles nur als Nutzer. Aber viel interessantes zu den ganzen Codecs, auch für nicht sendende Podcaster.

Lesenotizen: Silke Helfrich (Hrsg.) – Commons

Ich beschäftige mich schon seit einigen Jahren relativ intensiv mit dem Gemeingütern/Commons/Allmende Komplex. Im Studium sowohl der Geographie als auch der Ethnologie gehörten die Überlegungen vom Elinor Ostrom, Thomas Robert Malthus und Garrett Hardins Tragedy of the Commons sowie historische Allmendebeispiele seit dem ersten Semester zum festen Inventar der Diskussion in vielen Lehrveranstaltungen.

Andreas Weber – Die Biologie der Allmende

Gestern abend den Beitrag von Andreas Weber im Commons-Buch gelesen, das gedruckt im Transcript-Verlag erschienen ist, derzeit jedoch als PDF frei zugänglich bei der Heinrich-Böll-Stiftung ist. Er erklärt Allmende und Commons als die Natur ökologischer Systeme und daher auch die beste Form sozialer und wirtschaftlicher Organisation wenn man die menschliche Gesellschaft in ökologischer und (nachhaltiger) Weise transformieren will. Der kapitalistische, nutzen-maximierende homo oeconomicus ist dafür jedenfalls ganz offensichtlich nicht geeignet.

Hier ein paar Zitate:

Das »egoistische Gen« ist kaum etwas anderes als ein auf die Biochemie zurück gespiegelter Homo oeconomicus (vgl. Dawkins 1978).
Man könnte die Allianz zwischen Biologie und Wirtschaft eine »ökonomische Naturideologie« nennen.

Der biologische Kosmos – und darin auch das Bild des Menschen – wandelt sich von einem Schlachtfeld feindlicher Optimierungsmaschinen zu einem Reigen von Subjekten, denen ihr eigenes Existieren etwas bedeutet und die ihre Existenzen in einem bedingten Wettbewerb und unter »schwacher Kausalität« miteinander aushandeln.

Die Natur als Ganze ist das Paradigma eines Haushaltes der Gemeingüter.
Nichts ist in ihr Monopol, alles ist Open Source. Nicht das egoistische Gen ist die Quintessenz des Organischen, sondern der offenliegende Quelltext jeder genetischen Information.

Witzig war, als ich zum Lesen zu müde wurde und stattdessen nochmal ein bisschen bei Youtube reinschaute, stieß ich auf Silke Helfrichs Vortrag auf der gerade gewesenen re:publica 12. Und welches Zitat stand auf der ersten Folie ihrer Präsentation? Richtig, genau dieses: „[…] Alles ist Open Source.“

Die DNA konnte sich in so viele Spezies verästeln, weil alle ihren Code nutzen dürfen, weil jeder das für ihn Sinnvollste daraus basteln kann. So besteht das menschliche Erbgut zu etwa einem Fünftel aus den Genen von Viren.

Die Natur in ihrem genuinen Allmendecharakter zu verstehen ist ein Weg, uns selbst neu zu verstehen, und zwar sowohl in unserer biologischen wie in unserer sozialen Lebendigkeit.

Der Allmendegedanke ist somit das vereinende Band für eine Weltsicht, die nicht länger vom Gegensatz Natur – Gesellschaft/Kultur ausgeht, sondern von den vielfältigsten Gemischen zwischen Kulturen und Naturen.

Anstehende autodidaktische Projekte

Schon eine ganze Weile versuche ich mich ein wenig in der Programmiersprache Python zurechtzufinden. Einiges wurde auch schon erreicht, doch leider komme ich dann doch zu selten dazu. Ich hoffe in nächster Zeit ein bisschen schneller voran zu kommen.

Ziel dabei ist vor allem das Scripten für ein weiteres learning-by-doing Projekt von mir: OpenSource GIS-Anwendungen. Hier bisher insbesondere Quantum GIS (QGIS), worin ich mich schon relativ gut zurechtfinde, da es wirklich einfach und sehr anwenderfreundlich gestaltet ist. Außerdem ein paar Erfahrungen mit GrassGIS, was allerdings echt nicht sehr einfach ist und auf jeden Fall noch mehr Zeit erfordert. Angeschaut und herumgespielt habe ich außerdem mit SAGA GIS, uDIG, gvSIG und ein paar kleineren Tools aus dem Bereich. Diese sind eigentlich mit etwas Grundverständnis was Geographische Informationssysteme (GIS) angeht auch recht leicht zu handhaben.

Neu am Start ist jetzt außerdem, was das Programmieren angeht auch noch die Mono-Development Plattform um damit ein bisschen C# (C-Sharp) Erfahrungen zu machen.

Es ist also viel tun, los geht’s! Ich sollte nicht mehr so viel Zeit (sinnlos) im Netz verprokrastinieren. Daher jetzt mal ins Bett und….The Linux Command Line lesen. Upps, das ist ja noch ein zusätzliches Projekt. Tja, man muss vielseitig bleiben. Ich bin ja schon immer ein großer Fan des Universalgelehrtentums. 😉